Ortszeit 00:15 Uhr im Bett gewesen und bereits sechseinhalb Stunden später klingelte (für Michael) bereits der Wecker. Ein Blick nach draußen bestätigt meine Befürchtung, dass es noch dunkel ist. Trotzdem wird der innere Schweinehund an die Kette genommen, die Laufsachen angezogen und raus geht es. Niemand unterwegs. Doch! Es gibt auch hier die Laufverrückten, die morgens in aller Herrgottsfrühe die Gegend genießen.
Einmal durch den Ort gelaufen, finde ich dann die Strasse, auf der ich den Barranco verlassen und in höhere Gefilde vorstoßen kann. Nach 15 Minuten und geschätzten 100 Höhenmetern ist es geschafft und ich kann den Ort von oben betrachten. Groß ist er nicht. Und wir sind im eindeutig schönsten Hotel untergebracht.
Vorsichtig laufe ich über die Schotterpiste wieder nach unten und schließe mich nach einer Dusche meinen anderen Scouts zum Frühstück an.
Heute steht der Ausflug nach Las Palmas an, eine Stadt, von der ich bisher dachte, sie bestünde nur aus Industriebauten und Hafen. Nach einigen Stunden in der Stadt bin ich eines besseren belehrt und staune, wegen der vielen Gebäude in neoklassizistischem Stil, Jugendstil, Rokoko oder Barock. Spontan beschließe ich, dass mein nächstes Haus auch einen Innenhof und diese schönen kanarischen Balkone haben wird.
Auf dem Markt kaufen wir Öl, plattgedrückte Pfirsichdinger und feige Feigen. Vor dem Markt erhalten wir noch gegen die günstige Zahlung von 1,50 Euro die Chance auf 9 Millionen in der Lotterie. Wir versprechen uns, die Millionen brüderlich und schwesterlich zu teilen. Mal sehen, ob wir wirklich teilen, wenn wir gewinnen. Achtung: Glücksspiel kann süchtig machen!
Eine Stunde haben wir in der Haupteinkaufsstrasse Zeit, und da sind wieder meine drei Probleme: Was bringe ich meinen drei Kindern mit. Zu schwer darf es nicht sein, da mein Koffer durch die Wanderstiefel schon zu voll und schwer ist. Zu popelig auch nicht, sonst darf ich nicht mehr weg…
Ich finde ein paar schöne Klamotten für die Kleinen, die für den nächsten Sommerurlaub (zufälligerweise übrigens auf Las Palmas) super passen werden. Weiter geht die Bummelei über die Strasse und ich denke mir, dass diese Strasse für Männer eindeutig zu wenig bietet. Kleiderladen, Douglas, Bijou Brigitte, Kleiderladen, H&M, Kleiderladen, Schmuckgeschäft…
Ein bisschen vermisse ich die Baumärkte, Elektrogeschäfte und Musikläden.
Mutti Scout hatte es da besser, wenn man von der Größe der Einkaufstüte ausgehen kann.
Naja, die Zeit ist eh rum und wir gehen zum Essen in ein kleines Restaurant, in dem wir erstmal beigebracht bekommen, wie man Mojo Verde und Rojo herstellt. Diese und zwei weitere Soßen dürfen wir gleich mal mit "Papa Arugadas" und Brot probieren, und es schmeckt einfach herrlich. Einige "Papas" und Brote später lehnen wir uns gesättigt zurück. Etwas mulmig wird uns dann aber, als wir die Aufforderung von unserem Reiseleiter Lorenzo-San bekommen, nun nach unten zum Essen zu gehen. Wie, zum Essen? Was haben wir denn gerade gemacht? Egal! Dort erwarten uns panierte Blutwurst, Fischstückchen, panierter Käse, Gänseleberpatee und als Hauptgang Fisch oder Rinderfilet. In Hinblick auf unsere schon ausgebeulten Mägen, bestellen wir kleine Portionen. Als das Essen dann kommt, müssen wir feststellen, dass sich hinter dem Filet ein kleiner Bernhardiner verstecken könnte…
Nur zur Hälfte geschafft, dürfen wir uns dann noch ein Dessert aussuchen, das wir mit Rotwein, Wasser und einem Sherry Dulce verdrücken, da es zum Stehenlassen einfach zu lecker ist.
Was wir alles durchmachen müssen hier…
Anschließend sehen wir noch den Playa de las Canteras, den Konzertsaal, den Hafen und einige andere schöne Stellen der Stadt, die aber in meinem gesättigten Zustand etwas den Halt in meinem Hirn verlieren.
Als fast schon echte Spanier nutzen wir die Stunde Fahrt zum Hotel zu einer Siesta, müssen aber wieder feststellen, dass Spanier kleiner als Deutsche sind. Der Sitzabstand reicht nicht für eine bequeme Siesta-Stellung, ohne dass man vorher die Kniescheiben entfernt.
Wir beschließen, noch den Strand zu nutzen, legen uns in den warmen Sand und beobachten, wie eine dicke Wolke sich vor die Sonne schiebt. Aber die verschwindet schnell wieder. Dummerweise allerdings erst kurz nachdem die Sonne sich hinter den Felsen versteckt.
Leider fiel das Bier am Strand aus, da Mutti Scout die Kreditkarte zum Geldholen mit der Zimmerkarte verwechselt hat. Auch der klägliche Versuch, in Naturalien zu bezahlen, scheiterte vorhersehbar. Nun ja, es gibt ja noch Abendessen.
Endlich wieder essen, es ist wieder super, allerdings sind Spanier keine Chinesen, weswegen wir die Frühlingsrolle wegen des fehlenden Frühlings liegen lassen.
Nun geht es noch zur Show mit Miguel Jackson „Smooth Criminal“. Hi Hi…
Und vielleicht finden wir auch noch einen Absacker bei Miguel.
Buenas Noches, Chicos!
Schön geschrieben, Ihr Lieben! =)
AntwortenLöschenNein, ich bin überhaupt nicht neidisch auf Dich/ Euch!!!!!!!!!!!
Wir sitzen hier bei angenehmen 14° C, und haben 100% Schutz vor Sonnenbrand.....das ist doch auch was wert...hihi!
Wandert schön, und Michi: ich hätte bitte gern ein Foto davon wie der Frosch dem Robin Hood ein Duplo anbietet....
schönen Zag Euch wünscht Babsi
Das ist wirklich toll geschrieben...freu mich schon auf den nächsten Beitrag;-)
AntwortenLöschenLG Tuba
Hallöchen ;-)
AntwortenLöschenDas ist aber schön, dass es bei euch so warm ist. :)
Also bei uns herrschen gefühlte 5 Grad, und Dauerregen, aber das ist doch super, so spart man sich immerhin die Dusche. :-)
*grins* Jaa, ich hätte ach gern das Frosch/Robin Hood bild, wie Mama... :D
Ich freu mich schon auf den nächsten bericht,
Liebes Grüßle, Feli.
Hallo,
AntwortenLöschenalso ehrlich das hört sich alles super an. Erstmal die Reise mehr oder weniger geschenkt bekommen und dann auch noch geiles Hotel, geiles Wetter, viel Essen (grade für Pascal gut, nicht wahr?) und dann auch noch tolles Programm. Da wird ja wohl jeder neidisch, vor allem weil Deutschland im Moment nicht so schön ist...-.-
Die Geschichte mit dem Frosch verstehe ich zwar nicht, finde sie aber trotzdem lustig und will ein Bild sehen.^^
Liebe Grüße.
Sina
Auf Cran Canaria gibt es einen Felsen, der aussieht wie ein frosch, der den Rocce Nublo anbetet.
AntwortenLöschenWenn gleichzeitig 3 Kinder im Auto quatschen, Mama Migräne hat UND auch noch ein buch liest, hört sich die Ankündigung dieser Sehenswürdigkeit in etwa so an:
"Jetzt kommen wir gleich zu der Stelle, wo der Frosch dem Robin Hood ein Duplo anbietet!"
:D